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Lungenheilstätte

Als sich der Stabsarzt Gotthold Pannwitz 1895 für eine Heilstätte für Lungenkranke im Kaiserlichen Gesundheitsamt einsetzte, konnte er nicht ahnen, welche Richtung sein Vorhaben einmal nehmen sollte. Mit der Gründung eines Vereins wurden Spendenmittel gesammelt und von dem Erlös ein ca. zehn Hektar großes Gelände im Norden von Berlin gekauft. Eine kaiserliche Pionierkompanie baute 1896 27 Baracken für die ersten 30 Patienten.

Diese wurden zum Anfang des 20. Jahrhunderts mehr und mehr durch für ihre Zeit fortschrittliche Bauten ersetzt. Neue Standarts in der Krankenbetreuung verhalfen der Klinik zu guten Heilerfolgen. Die Patienten waren hauptsächlich in Ein- und Zweibettzimmern untergebracht. Diese verfügten über einen Balkon, sowie teilweise mit Übergang in den groß angelegten Garten. Da das gesamte Gelände ähnlich einem Vier-Seiten-Hof angelegt war, wurde die Distanz von der Küche zum ca. 500m entfernten Speisesaal mittels einer Untergrundbahn für die Versorgung der Patienten überwunden.

Die seitlich angelegten Pavillions wurden vom Keller aus beheizt bzw. im Sommer gekühlt. Es standen mehrere OP-Säle und Behandlungsräume zur Verfügung. Eine später erbaute Kirche ist leider bereits ausgebrannt. Nachdem die GSSD 1992 das Gelände verließen nahm die Zerstörung durch Menschenhand ihren Lauf. Ist das Dach ersteinmal undicht nimmt sich die Natur den Rest. Inwieweit das Ensemble die nächsten 100 Jahre übersteht bleibt abzuwarten. Dem Optimismus einzelner ist es zu verdanken sollte sich hier der fortschreitende Verfall noch aufhalten lassen.