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Urbex Explorer

 

Urbex-Explorer ist der neugierig Reisende, der das Überraschende sucht. Der aufgeschlossene, abenteuerlustige Landstreicher mit der Kamera. Überall Zuhause, ob in weiter Ferne oder in unmittelbarer Nähe sucht er das Bekannte im Unbekannten, die Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart.

Urban Exploration bzw. Stadterkundung ist die private Erforschung von Einrichtungen des städtischen Raums. Oftmals handelt es sich dabei um das Erkunden alter Industrieruinen, aber auch Kanalisationen, Katakomben, Dächern oder unzugänglicher Räumlichkeiten ungenutzter Einrichtungen. Für die meisten Urban Explorer liegt die Motivation neben der Entdeckung und Dokumentation der Objekte, in der Ästhetik und Romantik, die jene Orte mit sich bringen, so wie im Erlebnis einer authentisch-historischen Atmosphäre. Zudem wird die eintretende Verwilderung und der Verfall nach dem Verlassen ehemals genutzter Anlagen und strukturierter Betriebe, sowie der Kontrast zu moderner städtebaulicher Investition und Ordnung als entspannende und befreiende Zivilisationsflucht beschrieben. aus Wikipedia

Industriekultur Lausitz

Das Andenken an imposante Zeugen der Industriekultur, die über Jahrhunderte Broterwerb und Alltagsleben der Menschen bestimmten, wird in der gesamten Lausitz bewahrt und ist vielerorts wieder erlebbar. Bedeutende Industriezweige prägen seit Jahrhunderten diese Region. Dazu zählen neben dem Braunkohletagebau und der Energiegewinnung vor allem die Textil- und Glasindustrie sowie der Maschinenbau.

Neben den in mühsamer und liebevoller Kleinarbeit wiederhergstellten Denkmale warten noch auf Schritt und Tritt andere Schätze ihrer Wiederentdeckung.

Lungenheilstätte

Als sich der Stabsarzt Gotthold Pannwitz 1895 für eine Heilstätte für Lungenkranke im Kaiserlichen Gesundheitsamt einsetzte, konnte er nicht ahnen, welche Richtung sein Vorhaben einmal nehmen sollte. Mit der Gründung eines Vereins wurden Spendenmittel gesammelt und von dem Erlös ein ca. zehn Hektar großes Gelände im Norden von Berlin gekauft. Eine kaiserliche Pionierkompanie baute 1896 27 Baracken für die ersten 30 Patienten.

Diese wurden zum Anfang des 20. Jahrhunderts mehr und mehr durch für ihre Zeit fortschrittliche Bauten ersetzt. Neue Standarts in der Krankenbetreuung verhalfen der Klinik zu guten Heilerfolgen. Die Patienten waren hauptsächlich in Ein- und Zweibettzimmern untergebracht. Diese verfügten über einen Balkon, sowie teilweise mit Übergang in den groß angelegten Garten. Da das gesamte Gelände ähnlich einem Vier-Seiten-Hof angelegt war, wurde die Distanz von der Küche zum ca. 500m entfernten Speisesaal mittels einer Untergrundbahn für die Versorgung der Patienten überwunden.

Die seitlich angelegten Pavillions wurden vom Keller aus beheizt bzw. im Sommer gekühlt. Es standen mehrere OP-Säle und Behandlungsräume zur Verfügung. Eine später erbaute Kirche ist leider bereits ausgebrannt. Nachdem die GSSD 1992 das Gelände verließen nahm die Zerstörung durch Menschenhand ihren Lauf. Ist das Dach ersteinmal undicht nimmt sich die Natur den Rest. Inwieweit das Ensemble die nächsten 100 Jahre übersteht bleibt abzuwarten. Dem Optimismus einzelner ist es zu verdanken sollte sich hier der fortschreitende Verfall noch aufhalten lassen.

Hubertusbad

Als Lichtenberg 1907 in den Rang einer Stadt erhoben wurde und sein erstes Rathaus besaß, plante die Stadtverwaltung auch die entsprechenden städtischen Einrichtungen wie ein Amtsgericht, ein Krankenhaus, ein Entbindungsheim, Schulen und ein Volksbad.Das Stadtbad Lichtenberg (auch Hubertusbad genannt) ist eine im Jahre 1928 eröffnete Bade- und Schwimmanstalt im Berliner Bezirk Lichtenberg, die seit 1991 wegen Baumängeln und fehlendem Geld geschlossen ist. Ein 3.800 m² großes Grundstück an der Frankfurter Allee wurde erworben. Die baulichen Entwürfe für das Stadtbad wurden in der Zeit des Ersten Weltkriegs angefertigt. Der erste Spatenstich erfolgte im Jahre 1919 und die Fundamente wurden gelegt. Weil Lichtenberg 1920 als Bezirk nach Berlin eingemeindet wurde und seinen Stadtstatus verlor (und sicherlich auch wegen knapper Kassen), wurden die Bauarbeiten eingestellt. Erst 1925 wurde weitergebaut, nachdem die vorhandenen Pläne durch die Architekten Rudolf Gleye und Otto Weis aktualisiert werden konnten. Es entstand ein mehrgliedriger kubischer Baukörper im Stile des Expressionismus mit – nach damaligen Vorstellungen – sehr modernen Ausstattungen:

• medizinische Bäder
• eine russisch-römische Abteilung als Saunabereich mit Warm- und Heißluftraum, Massagekabinen und einem Duschenraum mit Kaltwasserbecken
• je ein großer Wassertauschbehälter im Keller (wodurch eine schnelle Reinigung des Wassers der Schwimmbecken möglich war),
• je ein frei gelagertes Schwimmbecken (Bau im Bau) für Frauen (20 Meter lang: kleines Becken) und Männer (25 Meter lang: großes Becken)
• Wannenabteilung und Brauseabteilung sowie Galerien zu den Schwimmhallen
• ein Gymnastiksaal und Bereiche für physiotherapeutische Behandlungen
• eine Sonnenterrasse über dem Mitteltrakt des Baukörpers, die von hölzernen Umkleidekabinen umgeben ist und auf der Liegestühle ausgeliehen werden konnten sowie ein Fahrstuhl.

Die Einweihung des Hubertusbades erfolgte am 2. Februar 1928 durch den Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß. Unter der Parole „Volksgesundheit und Ertüchtigung“ nutzten Lichtenberger Familien und auch erste Schwimmsportvereine die beiden Hallen; die Geschlechtertrennung war bald nicht mehr aktuell. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt, anschließend notdürftig repariert. – Da organisierter Volkssport von den Alliierten Siegermächten nach 1945 nicht sofort zugelassen wurde, stand das Bad leer oder wurde anderweitig genutzt. Erst ab 1948 ließen die sowjetischen Behörden die Gründung von Betriebssportgemeinschaften wieder zu und es entstand die BSG Medizin Lichtenberg mit ihrer Schwimmsektion, die das Stadtbad Lichtenberg als Trainings- und Wettkampfstätte benutzte. In den beiden Hallen fand dann jahrelang der in der DDR obligatorische Schwimmunterricht statt. Als im Zuge der Errichtung kompletter Neubauviertel in den östlichen Stadtbezirken dort auch neue lichtdurchflutete Schwimmhallen entstanden, verlor das Hubertusbad seine Bedeutung. Hinzu kommt, dass nun Baumängel, die bereits seit der Fertigstellung vorhanden waren, immer gravierender wurden, 1988 musste deshalb zunächst die kleine Halle schließen. Sie wurde als Lagerhalle zweckentfremdet genutzt. Danach traten auch Defekte an der Wasseraufbereitungs- und der Heizungsanlage auf, sodass 1991 das Bezirksamt Lichtenberg auch die große Halle sowie alle weiteren Badeeinrichtungen und sonstigen Räume in dem Gebäude schließen musste. Quelle: www.berlin.de

Wie geht es nun weiter? Durch den Beschluss des Senats vom März 2011, das Gebiet Frankfurter Allee Nord zum Sanierungsgebiet zu erklären, sind die Chancen für eine Sanierung des Hubertusbades deutlich gestiegen. Seit April 2011, sammelt die Initiative „Licht an im Hubertusbad“ deshalb Unterschriften, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch Entscheidungsträger für eine Sanierung und Belebung des Hubertusbades zu gewinnen. www.hubertusbad.org

 

 

Salve Mater

Mitten in Belgien liegt der in Fotografenkreisen bekannten Klinikkomplex „Salve Mater“. Die katholische Universität errichtete dort von 1925 bis 1927 unter anderem ein Institut für psychisch kranke Frauen. Weiterlesen

Spreepark Berlin

Zum Thema Spreepark Berlin im Plänterwald gibt es leider nur negative Schlagzeilen. Durch ein Großfeuer wurden in der Nacht vom 11.08.2014 Teile des ehemaligen Vergnügungsparks zerstört. In der Nacht zu Montag hatten Zeugen das Feuer im einstigen englischen Dorf nahe dem Riesenrad bemerkt und Feuerwehr sowie Polizei alarmiert. Weiterlesen

Fleischfabrik

Betritt man diese ehemalige Fabrik für Fleisch- und Wurstwaren schlägt einem der Duft von geräuchertem Fleisch in die Nase. Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gingen hier die Öfen aus. Der Geruch blieb.

In den gefliesten Werkhallen finden sich noch stumme Zeugen der Vergangenheit, Büroräume geben Auskunft über Einkaufspreise und Anforderungen an Kunstdärme. Werkstätten verstauben, Umkleidekabinen vermissen Personal, irgentwo tropft Wasser.

 

Löwenkaserne Elstal

Nach dem Bau des benachbarten olympischen Dorfes für die Spiele von 1936 entstand die „Löwen-Kaserne“ in Elstal zwischen 1935/36  in einem bereits seit dem 19. Jh. militärisch genutzten Gebiet.  Sie ist mit großer Wahrscheinlichkeit den Berliner Architekten Walter und Johannes Krüger zuzuordnen. Fünf dreigeschossige Zeilenbauten für Unterkünfte bilden den Kernbereich der „Löwenkaserne“.

Ebenso wie Kantine, Garagen, Wach- und Arrestgebäude begrenzen diese Bauten einen zentralen Exerzierplatz. Turmartige Gebäudeblöcke, die an mittelalterliche Wehrarchitektur erinnern, stellen die markantesten Elemente dar.  Das doppelbogig ausgebildete Eingangsportal  ist ein stilistisches Charakteristikum für die Kasernenarchitektur der Brüder Krüger. Der Vergleich mit anderen Kasernenbauten zeigt die gestalterischen Spielräume, die trotz enggesteckter Normen im Kasernenbau bestanden.

1001 Nacht

Wenn man durch Brandenburgs Wälder schleicht könnte man leicht einem Schloß aus 1001 Nacht begegnen. Mittlerweile hat es einen neuen Besitzer gefunden und erste Sicherungsmaßnahmen beginnen. So war es höchste Zeit den Zwischenstand festzuhalten.

Das Gut mitten im Wald entstand um 1857 zum Teil nach Plänen von Martin Gropius für eine alte Kaufmannsfamilie. Die Anlage besteht aus einem orientalisch anmutenden Herrenhaus mit Kornspeicher, mehreren Wirtschaftsgebäuden und Landarbeiterhäusern. Alle noch vorhandenen Gebäude sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Inwieweit einen Erhaltung noch möglich ist bleibt abzuwarten. In seiner Geschichte hatte das Ensemble mehrere Besitzer. Nachdem sich die Wehrmacht 1943 seiner bemächtigte, ging das Areal nach dem Krieg in die Verantwortung der sowjetischen Armee auf ihrem Truppenübungsplatz über. Nach erneutem Eigentümerwechsel 2010 soll das Ensemble für eine neuen Nutzung erhalten werden.

Potsdam Krampnitz

Die Kaserne Krampnitz wurde vom Architekten Robert Kisch geplant und im Zeitraum von 1937 bis 1939 als Kaserne der Heeres als Reit- und Fahrschule gebaut. Hinter einem weit sichtbarem Eingangsturm am Krampnitzsee entstand eine weitläufige Anlage in Richtung der Döberitzer Heide.

Der 48 Meter hohe, viereckige Turm war das Wahrzeichen der Kaserne. Hinter dem Turm, auf dem Kellerberg, befindet sich das Offizierskasino mit einer Terasse und einem schönen Blick auf den Krampnitzsee. Hinter dem Offizierskasino gruppieren sich Stabsgebäude mit angeschlossenem Offizierswohnheim und ein Fähnrichsheim. Neben den Mannschaftsunterkünften befanden sich auf dem Areal auch Stallungen für die Pferde, Garagen und zahlreiche technische Einrichtungen. Eine kleine Wohnsiedlung mit Doppelhäusern, welche bis 1945 zur Gemeinde Krampnitz gehörten wurde von der Sowjetarmee der Kaserne eingegliedert und es entstand für verheiratete Offiziere eine kleine Siedlung.

Da die Kavallerieschule zu klein war, wurde sie 1937 von Hannover nach Krampnitz verlegt und bis 1939 fertig gestellt. Sie war seit 1872 für die reiterliche Ausbildung des Heeres zuständig. Sie diente der Ausbildung der berittenen und motorisierten Truppen, später der Panzertruppen. 1941 erfolgte die Umbenennung in „Schule für schnelle Truppen“, 1943 gab es eine zweite Umbenennung in „Panzertruppenschule II Krampnitz“.

In den letzten Monaten des Krieges diente die Panzertruppenschule zur Aufstellung von motorisierten Einheiten für die Kampfeinsätze um Berlin. Die Kaserne war am 26. April 1945 restlos von Soldaten geräumt. Am 27. April 1945 wurde Krampnitz durch die Rote Armee besetzt. Von 1945 bis 1994 wurde die Kaserne durch die Sowjetarmee genutzt, die sie auch um Blocks in Plattenbauweise ergänzen ließ.

Seit dem Abzug der Sowjetarmee 1992 stehen die Gebäude leer. Einzelne Teile wurden für Dreharbeiten von Kino- und Fernsehproduktionen genutzt. So entstand hier im Jahr 2000 der Film „Duell – Enemy at the Gates“, für den auf dem Gelände der Rote Platz in Moskau aus Pappmaschee nachgebaut wrude. Für 180 Millionen Mark drehte Paramount Pictures den teuersten Film, der je in Europa produziert wurde.

Im Jahr 2006 diente die Kaserne als Kulisse für den Film „Mein Führer“ mit Helge Schneider in der Titelrolle. Es wurden hier Szenen gedreht, die in der von Albert Speer gebauten Neuen Reichskanzlei in Berlin spielten.

Seitdem kommt die gesamte Immobilie nicht aus den Schlagzeilen und entwickelt sich zu einer Affäre die noch immer die Gerichte und Parlamentsausschüsse beschäftigen.